Der Sissi-Mord – Jenna Theiss

Vielen Dank an den Piper Digital-Verlag für das Rezension-Exemplar

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Klappentext:

Jenna Theiss lässt den letzten Vorhang fallen: Ein fein durchkomponierter österreichischer Regiokrimi aus der Sissi-Stadt Bad Ischl.

Ein Toter an der Orgel der evangelischen Kirche in Bad Ischl – ausgerechnet Josi Konarek findet die Leiche, als sie nach 25 Jahren für einige Tage in ihre ungeliebte Geburtsstadt zurückkommt. Der Tote ist der designierte musikalische Leiter des Musicals „Elisabeth“, das im Sommer im Rahmen des Lehár-Festivals aufgeführt werden soll. Was zunächst aussieht wie ein Herztod, stellt sich als Mord durch eine Überdosis Insulin heraus. Chefinspektor Paul Materna und sein Team ermitteln – und stoßen auf erstaunlich viele Verdächtige…

 
Die Autorin entführt den Leser nach Ischl, einen wunderschönen Ort mit interessanter Geschichte in Österreich. Kaiserin Sissi ist hier im Ort an jeder Ecke präsent, und Ischl tut alles um dies auch so beizubehalten, zieht die Kaiserin doch Touristen aus aller Welt an. Durch die liebevollen Beschreibungen der verschiedenen Örtlichkeiten fühlt man sich wie hineinversetzt in eine andere Zeit und wird unweigerlich in ihren Bann gezogen. In dieser Zeit sind so manche Bewohner des Ortes stehen geblieben. Ganz klar, das man versucht, jegliche Skandale aus Ischl fernzuhalten und alles abzuwenden, was dem Andenken an Kaiserin Sissi schaden könnte. Ungeheuerlich das Vorhaben, ausgerechnet hier ein Musical aufzuführen, welches die geliebte Monarchin in einem schlechtem Licht darstellt.
Da kommt Josie zurück in ihre Geburtsstadt, um ein paar Dinge zu erledigen, lange verweilen möchte sie nicht, da einfach zu viele schlechte Erinnerungen mit dieser Stadt verbunden sind. Als sie einen Toten findet, muss sie ihre Pläne ändern und gerät unfreiwillig in die Ermittlungen. Immer wieder wird sie mit ihrer Vergangenheit konfontiert und muss sich dieser schliesslich stellen. Ihr zur Seite steht Paul Materna, der Hauptermittler in diesem Mordfall. Dieser schlägt sich mit verschiedenen Verdächtigen, einem anstrengenden Vorgesetzten, der tratschliebenden Ehefrau eines Kollegen und den Habsburgern herum. Hilfe bei seinen Ermittlungen bekommt er von einer alten Dame, die ihn liebevoll mit wundervollen Mehlspeisen versorgt. Alles gespickt mit feinem Humor und viel österreichischem Charme.
Verdächtige gibt es viele, alle sind irgendwie miteinander verbunden, an verschiedenen Nebenschauplätzen werden die einzelnen Charaktere hervorgehoben.
Die Autorin erzählt eine Geschichte über Neid und Missgunst, Fanatismus und persönliche Tiefschläge. Sie vergisst aber nicht, den Figuren eine Persönlichkeit zu geben, so dass man sich sehr gut in die jeweiligen Figuren hineinfühlen kann. Durch viel wörtliche Rede und den Dialekt bekommen die Figuren Leben eingehaucht, man baut eine Verbindung zu ihnen auf. Jenna Theiss spielt mit dem Leser, präsentiert immer wieder einen neuen Verdächtigen, erst am Ende gibt es die Auflösung. Sehr schön wie sie Josies Entwicklung beschreibt, erst zurückhaltend und verunsichert, dann energisch und selbstbewusst. Die Geschichte spielt in der Winterzeit, sehr interessant, wie die Autorin auch auf die Bräuche dieser Zeit eingeht und diese bildhaft dem Leser nahebringt. Selbstverständlich wird auch die kulinarische Seite nicht ausser Acht gelassen, ich hätte beim lesen auch gern das ein oder andere Mal zugegriffen.
Eine kurzweilige Unterhaltung in einer schöner Umgebung mit geschichtsträchtigem Hintergund, auch zu empfehlen für Nicht-Monarchisten 😉
Erschienen bei Piper Digital Verlag  am 01.06.2018; 304 Seiten; ISBN 978-3-492-98420-1
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